Das Pilotprojekt Forikolo

Karte-Modelldorf-Forikolo

In Forikolo haben wir 2006 unsere erste Schule fertiggestellt – eine Grundschule. Es folgten in dem Dorf weitere Projekte, um die Ernährungssituation zu verbessern (Farmprojekte). In Forikolo gibt es mittlerweile zudem eine Bäckerei und eine Tischlerei, die ebenfalls mithilfe des Forikolo e.V. errichtet werden konnten. Darüber hinaus pflanzten wir in dem Dorf mehrere tausend Bäume und bauten Toiletten und einen Spielplatz.

2006: Der Bau der Grundschule in Forikolo

Das provisorisch von den Dorfbewohnern erstellte Schulgebäude konnte den starken Niederschlägen und Stürmen in der Regenzeit nicht standhalten und musste dadurch jedes Jahr wieder neu aufgebaut werden. Diesen untragbaren Zustand galt es im Sinne der Kinder in Sierra Leone zu verändern.

Das alte, eingestürtzte Schulgebäude in ForikoloDas Fundament für das neue Gebäude wird ausgehoben.Das neue Schulgebäude entsteht

„EINE Schule für Sierra Leone“ hieß das Motto und Ziel des 2002 gegründeten Forikolo e. V. Nach langer Zeit der Sponsorensuche, konnte im Jahr 2005, insbesondere durch die Unterstützung der Aktion „Eine Welt“ und auch der Neumayer-Stiftung, der Bau der neuen Schule in Forikolo beginnen.

Unter der Leitung von Abu und George Mansaray und der Unterstützung aus Deutschland arbeiteten Fachkräfte aus Freetown, Lehrer, Schulkinder und Eltern gemeinsam Hand in Hand, um das große Ziel zu erreichen.

Hier gibt es einen Einblick über den Ablauf eines Schulbaus in Sierra Leone am Beispiel der Grundschule in Forikolo.

Forikolo-Schule-Forikolo

Die verbesserte Lernatmosphäre wirkt sich auch auf die Leistungen der Schüler aus. So erhielt die Grundschule von Forikolo z. B. im Schuljahr 2009/2010 eine Auszeichnung für die besten Ergebnisse der nationalen Schulabgangsprüfung im gesamten Lokomasama Chiefdom.

2008: Die Farm- und Tierzuchtprojekte in Forikolo

Sierra Leone gehört nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen zu den Ländern, die am stärksten von Hunger bedroht sind. Mangel- und Unterernährung haben lebenslange Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern. Als im Jahr 2008 die Ernährung durch das World-Food-Programm plötzlich eingestellt wurde, hat sich der Forikolo e. V. entschieden, seine Projekte auch auf die Ernährungssicherung auszuweiten. Eine dauerhafte Lösung wurde benötigt, keine kurzfristige Hilfe. 2008 startete der Aufbau einer großen Modellfarm in Forikolo. Interessierte Familien bekamen Werkzeuge und Saatgut gestellt und eigene Felder zugewiesen. Damit haben die Dorfbewohner nun die Möglichkeit, langfristig Landwirtschaft zu betreiben. Weitere Infos zum Farmprojekt in Forikolo…

Nach dem Vorbild von Forikolo wird seit 2011 auch in Musaya und Yurika ein großes Farmprojekt aufgebaut. Neben diesen großen Farmprojekten hat nahezu jede der vom Verein gebauten Schulen eine kleine Schulfarm, auf der die Schüler die Bewirtschaftung von Feldern sowie den Umgang mit Hühnern, Schafen und Ziegen erlernen.

Der Aufbau der Farmprojekte wurde insbesondere unterstützt durch den Rotary Club Leipzig, genialsozial, die Aktion Eine Welt und MaleLe (LVZ).

2008: Tischlerei und Bäckerei

Der Bau einer Tischlerei in Forikolo entstand aus der Notwendigkeit, dass für die Schulbauten Werkzeuge gebraucht wurden. Gleichzeitig werden in der neuen Tischlerei auch die benötigten Schulmöbel für die Schulen hergestellt. Die Tischlerrei verkauft auch Möbel an Privatpersonen, was den Tischlern ein zusätzliches Einkommen verschafft.

Insbesondere dank der Unterstützung der Lukas Bäckerei in Leipzig konnten außerdem in Forikolo, Masulaimani und Kumrabai drei Bäckereien gebaut werden. Dort werden die Produkte aus der Landwirtschaft weiterverarbeitet. Die Backwaren sichern die Ernährung und erhöht das Einkommen der Bevölkerung. Gleichzeitig erhalten dort Jugendliche aus der Umgebung eine berufliche Ausbildung.

Das Baumpflanzprojekt

10.000 Bäume, die in Dörfern innerhalb der Projektregion gepflanzt wurden, helfen zusätzlich die Ernährung der Menschen zu sichern.   Die meisten Bäume sind Obstbäume (z. B. Mangobäume). Gleichzeitig dienen die Bäume dem Umweltschutz.

Dieses Projekt konnte nur dank großzügiger Unterstützung der evangelischen Schule Berlin-Zentrum umgesetzt werden.

Ein Spiel- und Sportplatz

Neben unsere Grundschule konnten wir auch einen Sport- und Spielplatz bauen. Die Kinder lieben es, auf diesem Platz zu bolzen.

2014: Solaranlage auf dem Dach der Grundschule

Damit die Schule auch abends genutzt werden kann, haben wir mit dem DHL-Transport vom Januar 2014 auch Solarpanels für jede unserer Schulen nach Sierra Leone verschifft. Da die Analphabeten-Rate unter Erwachsenen in Sierra Leone sehr hoch ist (als Folge des Bürgerkrieges), können nun auch die Erwachsenen abends in unserer Schule lesen und schreiben lernen.
Wir danken der Aktion Eine Welt und allen weiteren Unterstützern und Spendern für die Umsetzung dieses Projektes!


Bitte unterstützt unseren nächsten Schulbau in Tintafor!

Schüler der Gemeinde Tintafor, Foto: Thomas Puschmann
Schüler der Gemeinde Tintafor, Foto: Thomas Puschmann

In 2017 wollen wir eine Schule für die Kinder in Tintafor bauen. Im Moment hat die Gemeinde ein Wohnhaus für den Unterricht gemietet, welches zu klein ist für die ca. 300 Schüler*innen und keine Schulmöbel hat. Bitte unterstützt uns mit einer Spende, um diese Schule zu bauen!