Meilenstein: Über 4.200 Mädchen in Sierra Leone durch unsere MHM-Workshops erreicht

Manchmal braucht es eine Zahl, um zu verstehen, wie viel sich verändert hat. Bei Forikolo sind es gleich zwei: über 4.200 Mädchen und junge Frauen, die wir im Rahmen unserer Menstrual Hygiene Management Workshops aufgeklärt und gestärkt haben – und über 3.950 MHM-Kits, die wir dabei verteilt haben. Diese Zahlen machen uns stolz – und zeigen, was möglich ist, wenn Menschen zusammenarbeiten, die wirklich etwas verändern wollen.

In diesem Artikel erzählen wir dir, wie dieser Meilenstein entstanden ist, was unsere MHM-Workshops bewirken und warum wir glauben, dass Aufklärung über Menstruation der Schlüssel zu mehr Bildungsgerechtigkeit in Sierra Leone ist.

MHM-Beauftragte Isatu mit einer Schulklasse in Lungi
Inhaltsverzeichnis

Warum Menstruation in Sierra Leone ein Bildungsthema ist

In Deutschland ist es selbstverständlich: Mädchen wachsen mit Wissen über ihren Körper auf, haben Zugang zu Hygieneprodukten und können ihre Periode selbstverständlich handhaben. In Sierra Leone sieht die Realität völlig anders aus.

Menstruation ist dort ein Tabuthema – in der Familie, in der Schule, in der Gesellschaft. Mädchen werden nicht aufgeklärt, bevor ihre Periode einsetzt. Wenn es so weit ist, reagieren viele mit Angst und Scham. Die Konsequenz: Sie bleiben zu Hause. Sie verpassen den Unterricht. Und mit jedem Fehltag sinken ihre Bildungschancen.

Erschwerend kommt hinzu, dass nur rund 7 % der ländlichen Bevölkerung Zugang zu verbesserten Sanitäreinrichtungen haben. An den meisten Schulen in unserer Projektregion fehlen Toiletten, Wasser und jede Möglichkeit zur Körperhygiene. Ohne passende Materialien – wiederverwendbare Einlagen, Seife, ein geschützter Raum – gibt es für die Mädchen schlicht keine praktikable Lösung.

Die Folgen sind weitreichend: Wer als junges Mädchen immer wieder die Schule versäumt, verliert den Anschluss. Bildungsabbrüche werden wahrscheinlicher. Und damit auch Armut, frühe Heirat und eingeschränkte Selbstbestimmung.

Bildung darf nicht an der Periode scheitern. Das ist unser Antrieb – und der Ausgangspunkt für unser MHM-Programm.

Von der Idee zum Eckpfeiler: Wie unsere MHM-Workshops entstanden

2021 war es zunächst eine Idee: Was wäre, wenn wir an unseren eigenen Schulen in der Region Port Loko anfangen, offen über Menstruation zu sprechen? Gemeinsam mit unserem Partner Uman Tok, einer NGO aus Freetown, entwickelten wir ein erstes Workshopformat – und die Resonanz war überwältigend.

Unsere Female Empowerment Verantwortliche Isatu Abdul Kamara wurde zur treibenden Kraft. Mit vollem Engagement setzt sie die Workshops an den Schulen um, spricht mit den Mädchen und Jungen auf Augenhöhe, beantwortet Fragen, die sonst niemand stellt – und verteilt MHM-Sets, die für viele Mädchen den Unterschied machen.

Das Set besteht aus wiederverwendbaren Einlagen, Unterwäsche, Seife und einem Aufbewahrungsbeutel. Für 15 Euro kann ein Mädchen drei Jahre lang bei ihrer Menstruation unterstützt werden. Das klingt wenig – und ist es auch. Und trotzdem fehlt dieser Betrag für viele Familien vor Ort.

Was als Pilotprojekt an unseren eigenen Schulen begann, hat sich schrittweise ausgeweitet. Weitere Schulen in der Projektregion wurden Partner. Das Programm wuchs. Und mit ihm die Zahl der Mädchen, die wir erreichen konnten.

Über 4.200 Mädchen gestärkt: Was dieser Meilenstein bedeutet

Wir sind stolz, heute bekannt zu geben: Im Rahmen unserer MHM-Workshops haben wir insgesamt 4.272 Mädchen und junge Frauen in Sierra Leone aufgeklärt und mit Hygienematerialien versorgt. Gleichzeitig haben wir über 3.950 MHM-Kits verteilt – jedes davon bestehend aus wiederverwendbaren Damenbinden, Unterhosen, einem Waschlappen, Seife und einem Transportbeutel. Jedes Kit, das die Hände eines Mädchens erreicht, ist ein konkreter Schritt hin zu mehr Würde und Bildungsteilhabe.

Das ist kein einfaches Zahlenziel – hinter jeder dieser Zahlen steht ein Mädchen, das heute weiß, was mit seinem Körper passiert. Das nicht mehr überrascht wird. Das nicht mehr aus Scham zu Hause bleibt.

Dieser Meilenstein ist das Ergebnis von jahrelanger Arbeit, vielen Workshopstunden, persönlicher Gespräche und dem Vertrauen, das die Schulen und Familien vor Ort in uns gesetzt haben. Er gehört Isatu und unserem Team in Sierra Leone. Er gehört unseren Partnerorganisationen. Und er gehört euch – allen, die uns mit Spenden, Weiterempfehlungen und Interesse unterstützt haben. 

Übrigens: Unsere Workshops sind nicht nur jungen Frauen und Mädchen vorbehalten, es nehmen auch Jungen daran teil.

Was in jedem Workshop passiert

Jeder unserer MHM-Workshops folgt einem bewährten Format:

  • Aufklärung über den weiblichen Zyklus – sachlich, offen, ohne Tabus
  • Informationen zu Menstruationshygiene – was hilft, was schützt, was möglich ist
  • Einbindung der Jungen – weil Entstigmatisierung alle angeht
  • Übergabe der MHM-Sets – praktische Unterstützung für den Alltag
  • Raum für Fragen – damit Mädchen wissen: Sie können sprechen

Dieser ganzheitliche Ansatz ist entscheidend. Es geht nicht nur um Produkte, es geht um Wissen und Selbstbestimmung.

Menstruation - ein Tabu in Sierra Leone.

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Was als nächstes kommt: Weiterwachsen mit eurer Hilfe

Das erreichte ist ein wunderbarer Meilenstein – aber kein Endpunkt. In unserer Projekt-Region Port Loko ist der Bedarf enorm. Mit jedem weiteren Jahr, in dem wir die Workshops durchführen können, erreichen wir neue Mädchen in neuen Schulen.

Unser Ziel: Das MHM-Programm langfristig zu sichern und weiter auszubauen. Dafür brauchen wir Menschen wie dich.

Du kannst helfen:

  • Mit einer Spende von 15 Euro sorgst du dafür, dass ein Mädchen drei Jahre lang ein MHM-Set hat
  • Mit einer regelmäßigen Spende ermöglichst du uns langfristige Planung
  • Indem du diesen Artikel teilst – weil Sichtbarkeit auch zählt

FAQ

Entstigmatisierung funktioniert nur, wenn alle mitmachen. Wenn Jungen verstehen, was Menstruation ist und warum sie kein Tabuthema sein sollte, verändert das die Schulkultur. Das schützt Mädchen vor Hänseleien und schafft eine offenere Atmosphäre.

Das MHM-Set mit wiederverwendbaren Einlagen, Unterwäsche, Seife und Beutel ist für etwa drei Jahre ausgelegt – und damit eine sehr nachhaltige Investition.

Unsere Female Empowerment Verantwortliche Isatu Abdul Kamara und ihr Team vor Ort führen die Workshops an den Schulen in der Region Port Loko durch – mit Unterstützung unseres Partners Uman Tok aus Freetown.

Ja! Teile diesen Artikel, sprich in deinem Umfeld über die Arbeit von Forikolo oder nimm Kontakt zu uns auf – wir freuen uns über jede Art der Unterstützung.

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