Jahresrückblick 2025

2025 war für den Forikolo e.V. ein Jahr bedeutender Entwicklungen. Dank der Unterstützung unserer Partner:innen, Spender:innen und ehrenamtlichen Teams konnten wir zahlreiche Projekte erfolgreich fortführen, neue Initiativen starten und wichtige Strukturen für die kommenden Jahre schaffen. Dieser Jahresrückblick zeigt, welche Schritte wir gemeinsam gegangen sind – und welche Wirkung sie entfalten.

Eine fröhliche junge Schülerin hält stolz ein Heft über ihrem Kopf, während sie vor einer Gruppe weiterer Kinder steht, die ebenfalls Schulmaterialien hochhalten. Die Szene findet im Freien auf einem Schulhof statt, und die Kinder wirken glücklich und begeistert.
Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung des Themas

Ein Meilenstein: Der Schulneubau in Malap

Eines der prägendsten Projekte des Jahres war zweifellos der Neubau der Grundschule in Malap, ermöglicht durch die Förderung der Sächsischen Jugendstiftung (genialsozial). Der neue Standort ergänzt unsere langjährige Arbeit im Bereich Schulbau in Afrika und setzt ein starkes Zeichen für nachhaltige Bildungsstrukturen.

In Malap entstehen:

  • drei Klassenhäuser
  • ein Lehrergebäude
  • ein Küchengebäude

Die Bauarbeiten sind bereits weit fortgeschritten – das Mauerwerk steht, die Dächer sind montiert, und derzeit werden die Schulmöbel durch lokale Handwerker gefertigt. Schon jetzt spüren die Bewohner:innen von Malap, wie sehr diese Schule ihren Alltag verändern wird: Sie wird Kindern kurze Schulwege ermöglichen, Bildung sicherer machen und das gesamte Dorf nachhaltig stärken.

Erhalt statt Ersatz – Sanierungen in Forikolo und Rotifunk

Während in Malap Neues entstand, standen in anderen Orten notwendige Sanierungen an. Die Gebäude in Rotifunk, die vor über einem Jahrzehnt errichtet wurden, zeigten inzwischen deutliche Abnutzungserscheinungen. 2025 konnten wir wesentliche Instandhaltungsmaßnahmen umsetzen:
  • Erneuerung des Daches mit robustem Wellblech
  • Austausch beschädigter Türen
  • Anstrich der Innen- und Außenwände
  • Reparatur der Solaranlage
Diese Maßnahmen stellen sicher, dass die Schulen weiterhin sichere und einladende Lernräume bleiben. Sie zeigen auch, wie essenziell kontinuierliche Instandhaltung im Rahmen unserer Bildungsprojekte ist.

Ausbildung von Lehrkräften und Krankenschwestern – Investitionen in Zukunft

Gut ausgebildete Fachkräfte sind das Herz eines funktionierenden Bildungssystems. Deshalb unterstützen wir seit Jahren gezielt die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften – ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit zur Förderung von Female Empowerment, da wir besonders Frauen ermutigen und unterstützen, den Lehrberuf zu ergreifen. Eine Lehramtsausbildung dauert etwa drei Jahre und findet meist an Wochenenden statt. Die Kosten von rund 250 Euro pro Jahr sind für viele unerschwinglich – und genau hier setzen wir an. Für Mädchen und junge Frauen sind weibliche Vorbilder von großer Bedeutung, weshalb wir ihre Ausbildung besonders fördern. Neu im Jahr 2025 war zudem die Unterstützung der Ausbildung von Krankenschwestern – ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum.

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WASH-Projekte – Toiletten, sauberes Wasser und Sensibilisierung

Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene bleiben zentrale Herausforderungen. In vielen Dörfern fehlen Toilettenanlagen vollständig oder sie sind in einem Zustand, der Gesundheit gefährdet. Deshalb errichten wir vor allem an unseren Schulstandorten neue Trockentoiletten – 2025 unter anderem in Tintafor.

Unsere WASH-Arbeit ist Teil unserer umfassenden Maßnahmen im Bereich Wasser und Sanitärversorgung und basiert auf bewährten Trockentrennsystemen:

  • Urin und Fäkalien werden getrennt gesammelt
  • Feststoffe trocknen und können sicher entsorgt oder als Dünger genutzt werden
  • verdünnter Urin kann als nährstoffreicher Dünger eingesetzt werden

So entstehen hygienische und nachhaltige Lösungen, die ohne Abwasseranschluss funktionieren und das Grundwasser schützen. Ebenso wichtig wie der Bau ist die Sensibilisierung: „Hardware“ und „Software“ greifen eng ineinander.

School Health Clubs – Wissen, das schützt und stärkt

Auch 2025 waren die School Health Clubs an vielen Schulen aktiv. Sie vermitteln lebensnahes Wissen zu Gesundheit, Umwelt und persönlicher Entwicklung.

In zahlreichen Workshops ging es um:

  • Menstruationshygiene & Pubertät
  • Verhütung
  • Drogenprävention
  • Abfallvermeidung & Müllsammelaktionen
  • Wasserschutz und wasserbedingte Krankheiten

Mädchen erhielten wiederverwendbare Menstruationssets, und alle Jugendlichen bekamen geschlechtsspezifische Aufklärungsbücher. Die Clubs tragen dazu bei, Tabus abzubauen, Wissen zu stärken und umweltbewusstes Handeln zu fördern.

Solarenergie – Sauberer Strom für Schulen und Dörfer

In vielen ländlichen Gebieten Sierra Leones gibt es bis heute keine verlässliche Stromversorgung. Deshalb setzen wir verstärkt auf dezentrale Solarenergie. 2025 konnten zwei neue Solarkioske in Bailor und Gbinti Wallah errichtet werden, die den Bewohner:innen ermöglichen, Geräte sauber und kostengünstig zu laden.

Zudem wurden die Solaranlagen an unseren Schulen in Musaya und Rotifunk gewartet. Eine stabile Stromversorgung ist essenziell für abendliches Lernen, digitale Bildung und die allgemeine Sicherheit an den Standorten.

Solarbetriebene Trockung
Neben Solarkiosken haben wir Kollektoren wie diese für die Trocknung von Lebensmitteln aufgestellt.

Agrarprojekt – Von der Idee zur Genossenschaft

Unser landwirtschaftliches Engagement hat 2025 eine neue Dimension erreicht. Ziel war es, lokale Früchte – insbesondere Mangos – haltbar zu machen und zu vermarkten. Dieses Projekt ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit im Bereich nachhaltige Landwirtschaft.

In einem Modellversuch entstanden mehrere Tausend Gläser Mangomarmelade, Mango-Mus und Chutney. Da das Wasserlabor aber nicht für große Lebensmittelproduktion ausgelegt ist, folgten zwei wichtige Schritte:

  • Kauf von Farmland
  • Gründung der „Lokomasama Agro Cooperation (LAC)”

Mit eigenem Logo und dem Claim „100% Made in Sierra Leone“ soll die Genossenschaft künftig selbstständig wirtschaften. Damit entstehen neue Einkommensquellen und langfristige Perspektiven für Familien in der Region.

Reisen von Josef und Christian – Expertise, die wirkt

2025 reisten zwei Vereinsmitglieder nach Sierra Leone, um Projekte zu begleiten und technische sowie fachliche Unterstützung zu leisten:

  • Josef Weber unterstützte die Gründung der Genossenschaft und die Weiterentwicklung der Mangoverarbeitung.
  • Christian Neubauer installierte neue Solaranlagen, richtete Computerkabinette ein und stärkte die Internetinfrastruktur an mehreren Schulen.

Solche Einsätze sind entscheidend für Wissenstransfer, nachhaltige Projektentwicklung und die enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Sierra Leone.

Neuer SDG-Antrag – Ein Projektpaket für die Zukunft

Ein wichtiger strategischer Schritt war der SDG-Antrag, den wir im September bei der Neumayer-Stiftung eingereicht haben. Er vereint verschiedene Teilbereiche, die sowohl bestehende Projekte ausbauen als auch neue Initiativen starten.

Der Antrag umfasst:

  • Solarkioske
  • Health Clubs
  • Lehrkräfteausbildung
  • IT (Internet und Computerkabinette für zwei Schulen)
  • Business Education
  • Globales Lernen

Wer sich einen Überblick über alle unsere aktuellen Maßnahmen verschaffen möchte, findet eine Übersicht auf unserer Projektseite.

Der offizielle Projektstart ist für November 2025 geplant. Besonders der Bereich Globales Lernen wird neue Brücken nach Deutschland schlagen – vor allem in den Austausch mit Schulen.

Partnerschaften mit Schulen – Engagement, das verbindet

Auch in diesem Jahr durften wir erleben, wie kraftvoll die Unterstützung von Schulen sein kann. Die Grundschule Pöcking organisierte erneut einen großen Spendenlauf und sammelte dabei 12.800 Euro zugunsten des Forikolo e.V..

Die Gemeinschaftsschule Eigeltingen engagiert sich seit Anfang des Jahres für ein Wasserprojekt in Sierra Leone. Solche Partnerschaften schaffen Bewusstsein für globale Zusammenhänge und fördern Empathie und Verantwortungsbewusstsein bei jungen Menschen.

Schulpartnerschaft Eigeltingen
Schülerinnen und Schüler aus Eigeltingen sammelten Spenden für ein Wasserprojekt in Sierra Leone.
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Human Centered Design – Jugendliche entwickeln Lösungen

Ein Highlight war die Fortsetzung des Human Centered Design Projekts. Jugendliche aus Deutschland und Sierra Leone arbeiteten gemeinsam an Lösungsansätzen für Herausforderungen, die junge Menschen in Sierra Leone betreffen.

Die Workshops behandelten unter anderem Themen wie:

  • Migration
  • Rassismus
  • Fluchtursachen
  • Lebensrealitäten junger Menschen

Besonders hervorzuheben ist der Austausch im Juli über eine Onlinekonferenz, bei dem die Gruppe aus Sierra Leone konkrete Projektideen entwickelte – darunter den Aufbau einer Schlosserei am Bildungszentrum in Mathen.

Human Centered Design Workshop
2026 haben wir unsere Workshops im Rahmen des Human Centered Design fortgesetzt.

MatLab – Forschung für den Alltag

Unser MatLab, das Wasserlabor der Berufsschule, führte auch 2025 zahlreiche Wasseranalysen durch und leistete damit einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wasserqualität.

Ein Meilenstein war die neue Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) Leipzig. Gemeinsam wird daran gearbeitet, Lösungen zur sicheren, hygienischen Behandlung von Fäkalien in Regionen ohne Abwassersystem zu entwickeln. Künftig soll zudem die Herstellung eines Terra-Preta-ähnlichen Produkts untersucht werden.

Dank der verbesserten Internetverbindung funktioniert der Austausch der Forschungsdaten nahezu reibungslos – ein gutes Beispiel dafür, wie unsere Projektbereiche ineinandergreifen.

Danke für ein Jahr voller Engagement und Vertrauen

All diese Erfolge wären ohne die vielen Menschen, die uns begleiten, unterstützen und an unsere Arbeit glauben, nicht möglich gewesen.

Wir danken allen Spender:innen, Partner:innen, Unterstützer:innen und Ehrenamtlichen ganz herzlich.

Gemeinsam haben wir 2025 viel bewegt – und wir freuen uns darauf, diesen Weg auch 2026 mit euch weiterzugehen.

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