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Gesundheit

Der Gesundheitszustand und die medizinische Versorgung sind für die große Mehrheit der Bevölkerung unzureichend. Medizinische Einrichtungen konzentrieren sich vor allem auf die Hauptstadt Freetown und andere größere Städte.


In den ferner liegenden ländlichen Gebieten ist die medizinische Versorgung oftmals katastrophal, da es kaum Apotheken oder Krankenstationen gibt. Zugang zu sauberen Trinkwasser haben zwischen 46% und 75% der Bevölkerung, zu sanitären Anlagen ca. 53% bis 88% aller Einwohner, wobei hier wieder zwischen Stadt- und Landgebieten unterschieden werden muss.
Hinzu kommen lebensbedrohliche Krankheiten, wie Aids, Tuberkulose und Malaria, um nur einige zu nennen. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 38 Jahre und ist somit die niedrigste der Welt. Die Säuglingssterblichkeit liegt bei 182 Kindern pro 1000 Geburten und ist im negativen Sinne Weltspitze.
Geschätzte 60% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze von 1 USD pro Tag. Besondere Herausforderungen für das Gesundheitswesen stellen vor allem die durch den Krieg verletzten, verstümmelten, traumatisierten und vergewaltigten Kinder, Jugendliche und Erwachsene dar, sowie die traditionelle Beschneidung der Frauen.


Das Land Sierra Leone ist von den Folgen des über mehr als 10 Jahre andauernden Rebellenkrieges schwer gekennzeichnet. Dieser forderte mehr als 135.000 Opfer. Etwa 10.000 Menschen wurden auf bestialische Weise verstümmelt, mehr als 250.000 Frauen und Mädchen vergewaltigt. Viele starben an den direkten Folgen der Unterernährung, andere wurden durch schwerwiegende Krankheiten geschwächt.

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