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 Praktika >>>

Carina Duteloff

Ich war von März bis Mai 2007 in Sierra Leone.  Im Rahmen meines Praktikums für den Forikolo e.V. habe ich verschiedene Aufgaben übernommen. Gemeinsam mit zwei weiteren deutschen Praktikanten  -Berit Bürger und Henning Güntherodt- und den Dorfbewohnern half ich in Forikolo beim Aufbau einer Schule und eines angrenzenden Spielplatzes für die Schüler der ersten bis sechsten Klasse. Darüberhinaus haben wir durch Interviews mit der einheimischen Bevölkerung aktuelle Problematiken für die zukünftigen Hilfsarbeiten des Vereins gesammelt. Diese Arbeit war für mich besonders interessant und wichtig, da viele bis dato vernachlässigte Sorgen und Ängste der Bewohner erstmals Gehör durch Außenstehende fanden. Lehrer beschwerten sich beispielsweise über monatelang ausbleibende Gehaltszahlungen, Eltern über gravierende Probleme hinsichtlich der Nahrungsversorgung und die Dorfältesten über die mangelnde medizinische Versorgung der Dorfbevölkerung. Die schlechte Lebensmittelversorgung des Dorfes veranlasste uns schließlich auch, gemeinsam mit George Mansaray -unserem einheimischen Projektbetreuer- dieses Problem beim World Food Programme beim zuständigen Mitarbeiter zur Sprache zu bringen und zusammen nach eventuellen Lösungen zu suchen. Eine meiner weiteren Aufgaben bestand darin, die Kinder in den Fächern Englisch, Geographie und Werken zu unterrichten. Die Organisation von Sportveranstaltungen mit den Schülern aus Forikolo und den Nachbardörfern gehörte ebenfalls zu meiner Arbeit für den Verein.

 

Für mich war die Reise nach Sierra Leone die erste in ein afrikanisches Land südlich der Sahara und ich muss gestehen, dass es anfangs alles andere als einfach war, die vielen neuen und völlig fremden Eindrücke zu verarbeiten. Doch letzten Endes hat das Leben und Arbeiten mit den Menschen vor Ort mir die Möglichkeit gegeben, unschätzbar wertvolle Einblicke in das ebenso schwierige und komplexe, wie beeindruckend kreative und vitale Innenleben eines „Krisenstaates“ und seiner Bewohner zu gewinnen. Eine Erfahrung, die ich niemals missen möchte und immer wieder machen würde.

 

Henning Günterodt

Kushe o!

 

Ich war im Januar 2007 und März 2008 jeweils im Rahmen dreimonatiger Praktika für den Forikolo e.V. in Sierra Leone. Bei meinem ersten Aufenthalt übernahm ich verschiedenste Aufgaben. Ich half z.B. zusammen mit den deutschen Mitpraktikanten Berit Bürger und Carina Duteloff sowie der Dorfbevölkerung beim Aufbau eines Sportplatzes für die vom Verein 2005 im Dorf Forikolo errichtete Grundschule. Auf dem Platz fand Mitte letzten Jahres sogar ein überregionales Sportfest statt. Daran angrenzend wurde auch ein Spielplatz mit Schaukeln für die Kinder gebaut. Darüber hinaus nahm ich an mehreren Treffen mit der Dorfgemeinschaft teil, um für den Verein vor Ort ein Bild der Lage und Nöte der Menschen zeichnen zu können. Dabei stellte sich heraus, dass ihnen bisher schon viel von Seiten politischer Vertreter versprochen, dann aber wenig gehalten wurde. So hatten im Dorf Mortong allen voran die Kinder den Wunsch nach einer neuen Schule. Ich war sehr froh, dass bereits ein Jahr darauf bei meinem zweiten Aufenthalt mit dem Bau begonnen werden konnte und nun die Dorfbewohner eine neue Schule mit sechs Klassenräumen ihr eigen nennen können. Es wurden uns auch weitere Probleme, z.B. hinsichtlich der Zahlung der Lehrergehälter, der Ernährungssituation an der Schule in Forikolo sowie der medizinischen Versorgung im Dorf mitgeteilt. Daraufhin wurden wir zusammen mit unserem einheimischen Projektbetreuer George Mansaray beim World Food Program der UN in der Hauptstadt Freetown vorstellig, um nach Lösungen für die Ernährungsproblematik zu suchen. Im März 2008 bereitete ich dann den oben erwähnten Schulbau im Dorf Mortong in enger Kooperation mit der dortigen Dorfbevölkerung vor. Des Weiteren begannen Abu Mansaray und ich die Agrarprojekte für das Dorf Forikolo zu planen, um die Ernährungssituation an der Schule in Forikolo nachhaltig zu verbessern und die Versorgung der dortigen Bevölkerung sicher zu stellen. Diese betreue ich in enger Kooperation mit einheimischen Mitarbeitern von Deutschland aus weiter.

 

Auch für mich war es der erste Aufenthalt in Afrika südlich der Sahara. Bin ich doch ohne spezifische Vorstellungen vom Land dorthin gereist, so war ich von der Offenheit und Gastfreundlichkeit der Menschen ebenso begeistert, wie von der Arbeit in und mit der Bevölkerung vor Ort. Dies ermöglichte mir Einblicke und Erfahrungen, welche mich mein Leben lang begleiten werden. Ich plane Ende dieses Jahres für den Verein erneut nach Sierra Leone zu reisen.

Franziska Burmeister

"Wo fenye!

 

Ich war, zusammen mit Christoph Naß, vom 12. Februar bis zum 05. April 2009 in Sierra Leone. Dort haben wir uns mit den abgeschlossenen (Schulbau Forikolo, Mortong) und vor allem den noch laufenden Projekten (Schulbau Yurika, Schulfarm Forikolo) des Forikolo e.V. vertraut gemacht.

Zum einen bestand unsere Aufgabe darin, den Schulbau in Yurika voranzutreiben und als Ansprechpartner für die Leute in Sierra Leone zu fungieren. Zum anderen sollten wir das Leben der Kinder in Sierra Leone beobachten und auf Fotos und in einem kleinen Film festhalten. Letzteres stellte sich als ziemlich schwierig heraus, da alle Kinder unbedingt auf ein Foto und in den Film kommen wollten und daher nur wenig realistische "Szenen" zustande kamen. Ansonsten hat die Arbeit mit den Kindern aber sehr viel Spaß gemacht.

Wir lernten den Alltag in der Hauptstadt Freetown und in dem Dorf Forikolo kennen. Besonderes Augenmerk haben wir dabei auf den Schulalltag gelegt. Unsere Erfahrungen mit dem Leben in Freetown waren eher negativer Natur. Die Hauptstadt Sierra Leones ist hoffnungslos überbevölkert. Den ganzen Tag über herrscht Rush Hour, eine Smogwolke umgibt die Stadt und obwohl alle für Strom bezahlen, gibt es diesen nur sehr unregelmäßig, teils nur alle vierzehn Tage. Die Müllabfuhr kommt bei ihrer Arbeit nicht der Müllproduktion hinterher. Dagegen war das Dorf eine schöne Erholung: weniger Lärm, weniger Müll, kaum Autos und kein Smog. Außerdem waren die Nächte viel kühler und es gab nur wenige Mücken.

Im Gegensatz zum normalen Alltagsleben, welches uns auf dem Dorf mehr zusagte als in der Hauptstadt, waren die Schulen in Freetown wesentlich besser ausgestattet als im Lokomassama-Chiefdom. Die Gebäude waren stabiler, mehr Lehrmaterial vorhanden, die Lehrer besser ausgebildet. Schließlich zeigte sich dies auch an dem Bildungsstand der Schüler. MIt den Schülern der 5. Klasse in Freetown konnten wir Lernspiele machen, die die Kinder der 5. Klasse im Lokomassama-Chiefdom nicht bewerkstelligen konnten.

Alles in allem war das Praktikum eine wichtige Erfahrung für uns, denn es ist etwas anderes, von dem (ärmlichen) Leben in Afrika zu lesen als es wirklich zu erleben. Vieles kann man sich einfach nicht vorstellen. Ich rate jedem, der die Chance dazu hat, solch eine Reise zu unternehmen und seinen Erfahrungshorizont zu erweitern. Nebenbei haben wir dem Verein hoffentlich helfen können und damit vor allem den Kindern in Sierra Leone.

 

Won gesege!"

Sabrina Hinrich

Im Februar 2009 reiste ich gemeinsam mit Stefan Klenk für drei Wochen nach Sierra Leone. Der Reiseantritt war mit riesiger Vorfreude und Nervosität verbunden, da ich nur eine vage Vorstellung davon hatte, was mich erwarten würde. Meine Füße sollten durch diesen „Ausflug“ das erste Mal afrikanischen Boden berühren.

 

Meine Aufgabe bestand darin den Reiseverlauf in Wort und Bild festzuhalten und offizielle Besuche mit Regierungsvertretern, sowie den Stand der Schulbau- und Farm-Projekte in Morthong und Forikolo zu dokumentieren. Dreh- und Angelpunkt war während der drei Wochen die Landeshauptstadt Freetown, welche liebenswert stressig, chaotisch und ungemein spannend ist. Trotz Müll, Gewirr, Drängen und Lärm, der mit jeder Minute, die man sich gen Zentrum bewegt, betäubend zunimmt, hat Freetown Charme und unverwechselbaren Charakter.

1. Höhepunkte des Aufenthaltes waren die Besuche in Morthong und Forikolo. Dort konnte ich mich mit eigenen Augen vom Erfolg des Grundschulbaus und der Farmprojekte überzeugen. Die Empfänge waren überwältigend- ich sah, hörte, fühlte, roch und schmeckte Sierra Leone. 2. Höhepunkt war der Besuch im State House und das damit verbundene Gespräch mit Hon. Alhaji Alpha B.Kanu, Minister of Presidential, Public and Diaspora Affairs, welches im Fernsehen zu sehen und mehrmals im Radio zu hören war. 3. Höhepunkt und sehr beeindruckend war es bei der Grundsteinlegung für die 3. Grundschule, im Dorf Yurika, mit anwesend zu sein und die Freude in den Gesichtern und den Stolz in den Augen der Einwohner beobachten zu können, die über 20 Jahre auf diesen Moment gewartet hatten.

 

Sierra Leone nimmt im HDI(human development index) Platz 177 ein, BSP/Kopf 200 $. In die Studie wurden 177 Länder mit einbezogen. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt zurzeit bei 41 Jahren. Im Vergleich dazu, Deutschland befindet sich auf Platz 22.

Die Entscheidung in eines der ärmsten Länder der Welt zu reisen, habe ich keinen Moment in Frage gestellt. Jederzeit würde ich wieder meinen Rucksack packen.

Die Zeit in Mama Salone verging viel zu schnell, obwohl die Uhren dort viel langsamer ticken. Die Warmherzigkeit, positive Neugier und Gastfreundschaft der Personen, die mir begegneten, hat mich geprägt und meinen Blickwinkel auf das Leben hier in Deutschland durch eine neue andere Sichtweise entscheidend beeinflusst. Die Welt ist bunt und nicht schwarz-weiß!

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